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Bericht:

Jugendschutz im Internet



von M. Nasemann    03.12.2005


Warum Jugendschutz im Internet?



Das Internet ist ein faszinierendes Medium. Hier gibt es immer etwas interessantes zu lesen und zu sehen. Das haben natürlich auch Kinder und Jugendliche herausgefunden. Somit nutzen gerade Kinder und Jugendliche dieses Medium gern und viel. Leider findet man im Internet auch eine Menge Inhalte, die nicht für die Augen der Jugend bestimmt sind.

Das Medium Internet übt auf Kinder eine ungeheure Anziehungskraft aus. Das ist grundsätzlich auch nicht schlecht für die Entwicklung der heranwachsenden Kinder und Jugend. Leider gibt es im Internet eine große Anzahl von Seiten, deren Inhalte nicht gerade positiven Einfluss auf die geistige Entwicklung von Kindern und Jugendliche nehmen.

Dies müssen nicht immer Seiten mit pornografischen Inhalten sein. Es gibt mehr als genug Webseiten, auf denen Gewalt, Verbrechen und schlimmeres als etwas positives Dargestellt werden. Die Betreiber solcher Webseiten dokumentieren diese Themen ohne irgendwelche Scheu in Wort und Bild. Deshalb ist es für Eltern unabdingbar, sich über einen geeigneten Schutz für ihre Kinder Gedanken zu machen.

Auf den nun folgenden Seiten geht das Team vom Erotik-Magazin auf den Jugendschutz im Internet ein und es werden hoffentlich die wichtigsten Fragen beantworten.

Der Gesetzgeber



Warum der deutsche Gesetzgeber machtlos ist



Der deutsche Gesetzgeber hat das Problem des Jugendschutz erkannt und zum Schutze der Jugend die Kommission für Jugendmedienschutz (KJM) gegründet. Doch kann die KJM unsere Jugend wirklich vor fraglichen Inhalten schützen?

In Deutschland wird der Jugendschutz für die neuen Medien und das Internet durch einen Staatsvertrag geregelt. Die Einhaltung des Vertrages wurde der Kommission für Jugendmedienschutz (KJM) übertragen. Die KJM hat also dafür Sorge zu tragen, das sich die Betreiber von Online-Diensten bzw. Webseiten an diesen Staatsvertrag halten.

In diesem Staatsvertrag wurden sehr umfassende und strenge Jugendschutzbestimmungen vereinbart. So darf auf einer deutschen Webseite keinerlei Pornografie frei zugänglich sein. Jedes Bild und jeder Text der auch nur im entferntesten an Pornografie erinnern könnte muss vor den Zugriff von Jugendlichen geschützt sein. Um diese Inhalte nun vor jugendliche Augen zu schützen bedient man sich sogenannter AVS (Adult Verification System). Will man also im deutschen Internet Menschen beim Sex zusehen, benötigt man die Zugangsdaten für solch ein AVS. Diese Zugangsdaten kosten natürlich Geld. Hinzu kommt, das es äußerst aufwendig ist, diese Zugangsdaten zu bekommen - bzw. den Altersnachweis zu erbringen.

Das hört sich jetzt vielleicht nach einem guten Jugendschutz an, bringt aber große Probleme mit sich. Beim Internet handelt es sich um ein Medium, das keine Staatsgrenzen kennt! Es ist also kein Problem, in Deutschland die Webseite eines Anbieters aus der Niederlande, Schweiz, Österreich oder eines anderem Landes aufzurufen. In diesen und den meisten anderen Ländern reicht ein Mausklick auf "Ja, ich bin 18 und will das sehn" und schon gibt es Inhalte für Erwachsene wie Pornografie und ähnliches zu sehen. Ein Niederländer wird sich nämlich kaum für das deutsche Recht interessieren. Er wird sich zwar an das Recht und die Bestimmungen seines Landes halten, aber mit Sicherheit nicht an die Jugendschutzbestimmungen von Deutschland.

Und genau hier liegt das Problem. Kaum ein Benutzer ist bereit, für ein AVS Geld auszugeben oder irgendwelche Unannehmlichkeiten auf sich zu nehmen. Er besucht einfach ein ausländische Angebot. Meist merkt der Benutzer noch nicht einmal, das er sich gerade eines ausländischen Angebotes bedient. Was für den Erwachsenen Benutzer gültig ist, sieht bei einem jugendlichen Benutzer auch nicht anders aus!

Filterprogramme



Filterprogramme helfen schützen



Viele Leser haben es sicherlich bemerkt. Wie in er realen Welt, kann man auch im Cyberspace nicht verhindern, dass heranwachsende Menschen mit Inhalten für Erwachsene konfrontiert werden. Eine Möglichkeit, wenigstens etwas für den Schutz zu tun, sind Filterprogramme.

Man sollte sich keine Illusionen machen. Einen absoluten Schutz gegen negative Einflüsse aus dem Internet auf Kinder wird es nicht geben. Das einzige Mittel, welches Schutz bieten kann, ist die Installation von Filtersoftware. Diese Programme haben die Aufgabe, unerwünschte Inhalte aus dem Internet herauszufiltern. Auf den Seiten der Freiwilligen Selbstkontrolle Multimedia (FSM) kann man sich unter anderem drüber Informieren, nach welchen Funktionsweisen solche Filterprogramme vorgehen.

Programme, die unerwünschte Inhalte rausfiltern, gibt es wie Sand an mehr. Jeder Anbieter solcher Filter und Filterprogramm verspricht unerwünschte Webinhalte automatisch auszublenden. Allein auf der Webseite von Getnetwise findet man eine Liste mit über hundert solcher Filterprogramme. Leider halten die diese Filterprogramm nicht immer, was sie versprechen. In einer im Auftrag vom Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie durchgeführten Studie heißt es:



Zitat: »Technische Lösungen allein können beim Medium Internet keinen absoluten Schutz bieten. Sie können die Aufklärung und die Massnahmen zum Aufbau von Medienkompetenz bei Jugendlichen nur begleiten. Am Markt werden eine Vielzahl von Filtertechniken für den Jugendschutz angeboten. Die Techniken sind jedoch noch deutlich verbesserungsbedürfig hinsichtlich Treffsicherheit, Manipulationssicherheit und Bedienungsfreundlichkeit.«

Quelle: www.secorvo.de/projekt/jugendschutz.htm



Grundsätzliches zu den Filterprogrammen:
  • Filterprogramme können keinen ausreichenden Schutz bieten. D.h. aber nicht, das man auf diese Programme verzichten sollte. Sie können Eltern beim Schutz ihrer Kinder auf jeden Fall unterstützen.

  • Sollen diese Filter und Filterprogramme einen gewissen Schutz bieten, darf man das regelmäßige aktualisieren nicht vergessen. Diese Filter und Filterprogramme verfügen nämlich nicht über eine Eigendynamik, welche die Filter an die sich ständig veränderten Gegebenheiten des Internets anpassen.


Drüber sprechen



Redet mit den Kindern über die Gefahren



Wer diesen Artikel gelesen hat, wird feststellen, dass man seine Kinder nicht vor den "schlechten Seiten" des Internets schützen kann. Doch nichts ist schlimmer, als das Problem totzuschweigen!

Wie wir festgestellt haben, kann man seine Kinder nicht wirklich vor den Gefahren des Internets schützen. Man könnte natürlich auf die Idee kommen, es den Kindern und Jugendlichen einfach zu verbieten ins Internet zu gehen. Eine solche Radikallösung bringt überhaupt nichts. Da gibt ja das Internetkaffee um die Ecke, der Webzugang in der Schule oder der Jugendliche geht einfach bei einem Freund ins Web.

Das schlimmst was man machen kann, ist das Problem totzuschweigen. Haben die Kinder erstmal ein bestimmtes Alter erreicht, wollen Sie auch wissen, was es mit dem Internet auf sich hat. Und jeder Junge wird auch irgendwann einmal das Interesse am anderem Geschlecht entdecken. Spätesten jetzt wird er nachschauen, was Mann und Frau da miteinander treiben. Bei dem Mädchen wird dieses Verhalten nicht unbedingt so ausgeprägt sein. Aber auch sie werden über kurz oder lang ihre Neugier befriedigen wollen.

Unserer Meinung nach, kann und sollte man dieses sich selbst Entdecken seinen Kindern auch nicht vorenthalten. Aber man sollte seine Kinder auch nicht blind ins Internet lassen. Hier ist Aufklärung gefragt. Wer mit seinen Kindern offen darüber spricht, der wird auch erfahren, was sie sich im Internet so anschauen. Ein offenes Gespräch bringt meist viel mehr, als das beste Filterprogramm und die strengsten Gesetze.

Ein wichtiger Punkt, den man unbedingt ansprechen sollte, sind die Chats. Vor allem von Chats, in denen sich viele Jugendliche rumtreiben, gehen auch gefahren aus. Hier treiben sich nämlich durchaus auch Erwachsene rum, die für ihre sexuellen Neigungen Jugendliche suche. Gerne werden die Jugendliche mit Geschenken und falschen Tatsachen zu einem Treffen überredet. Hier hilft nur Aufklärung. Es gehört zu den Aufgaben der Eltern, sich dafür zu interessieren, mit wem sein Kind sich im Internet unterhält. Fragt offen danach und zeigt auch für die "Online-Freundschaften" eurer Kinder Interesse! Für die Freunde aus der realen Welt tuen Sie dies ja auch.

Gerade von diesen Chats gehen die meisten Gefahren für die Jugendliche aus. Die meisten Jugendlichen kommen nämlich erst gar nicht auf die Idee, nach rechtsradikalen Inhalten zu suchen. Kaum ein Jugendlicher interessiert sich ernsthaft für krankhafte Sexvorstellung wie Vergewaltigung oder Sexualität mit Tieren. Das Interesse an normaler Sexualität ist normal und kein Jugendlicher wird sich das ernsthaft verbieten lassen. Aber beim chatten (unterhalten) mit einem netten Erwachsenen, dabei denkt sich kaum jemand was.

Will man sein Kind wirklich schützen, so muss man ihm sein Vertrauen schenken und Interesse zeigen. Interesse für das, was es im Internet tut und vor allem, mit wem sein Kind was tut. Nur so kann man mit seinem heranwachsenden Sprösling über die Problematik und über die Gefahren des Internets reden. Das ist der einzige Schutz, der wirklich etwas bringen wird. Mit Verbote und übertriebener Panik erreicht man Gegenteil!